Geschichte des Internets
Kurze Einführung
Im Jahre 2005 werden schätzungsweise eine Milliarde Menschen, das Medium Internet nutzen. In Deutschland ist derzeit jeder sechste „online“ und es werden täglich mehr. Multimedia und Internet sind mitunter die am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweige. Neue Medien halten inzwischen Einzug in jede Branche und es gibt eine Vielzahl von Unternehmen, die ohne diese überhaupt nicht existieren könnten. Eine ähnlich rasante Entwicklung ist bis heute einmalig in der Weltgeschichte und das Ende vermag niemand vorherzusagen.
Geschichte
Das Internet entstand auf der Basis militärischer Grundlagenforschung. Der Internetvorläufer ARPANet (APRA = Advanced Research Projects Agency: Forschungsgruppe des amerikanischen Verteidigungsministerium) wurde zum Schutze der militärischen Großrechner der USA gegen Atomschläge eingerichtet. Diese technische Überlegenheit von APRA ermöglichte den Vereinigten Staaten von Amerika, sich vor unvorhergesehenen technologischen Fortschritten der Gegner, zu schützen.Die im Jahre 1958 eingerichtete Arbeitsgruppe handelte nur als Investor und Koordinator für wissenschaftliche Projekte an Universitäten und Forschungsinstituten. Deren Ergebnisse wurden bei entsprechender Eignung dem Militär überlassen, oder alternativ privatwirtschaftlich genutzt.. Um Kosten zu sparen wurden 1966 die ARPA-eigenen Rechner mit den einzelnen Großrechneranlagen vernetzt. Diese Idee wurde mit ARPANet realisiert.
Im Jahre 1969 waren gerade einmal vier Großrechner mit Hilfe von Spezialcomputern verbunden. Zwei Jahre später wurde das Computernetz mit 15 Netzknoten der Öffentlichkeit vorgestellt. Immer mehr wissenschaftliche Institutionen nutzten das ARPANet für eigene Zwecke. 1970 kamen die Havard University und das Massachusetts Institute for Technology in Boston dazu. 1971 bildeten schon fast vierzig Einrichtungen das ARPANet.
Das grundlegende Übertragungsprotokoll im ARPANet war das NTP (Network Transfer Protokoll), dass eine paketorientierte Übertragung vornahm. Eine Datei wird beim Absender in viele kleine Päckchen zerlegt. Jedes Päckchen enthielt unter anderem Absender- und Ziel-Adresse und wurde einzeln von IMP (IMP = Spezialcomputer, Interface Messsage Processor) zu IMP übertragen, die Route wurde je nach aktueller Leistungstopologie von jedem IMP bestimmt. Es war möglich, einen anderen Rechner per Netzverbindung zu steuern und mit ihm zu arbeiten. Es fehlte jedoch eine interaktive Kommunikationsplattform, die 1971 mit der Erfindung des Electronic Mailing schlagartig erschlossen wurde. Innerhalb weniger Monate schoss das Datenaufkommen der versendeten E-Mails in immense Höhen. Mailinglisten ermöglichten die Bildung von Benutzergruppen. Schon nach wenigen Jahren zeigte sich, dass das bisherige Übertragungsprotokoll NTP den Anforderungen nicht mehr gewachsen war. Gerade die Integration von verschiedensten Netztechnologien war nahezu unmöglich. Deshalb wurde Anfang der siebziger Jahre verstärkt nach einer neuen Übertragungstechnik geforscht, die ebenfalls paketorientiert arbeiten sollte. Dazu wurde 1973 das „Internet Program“ ins Leben gerufen, dass ein einheitliches Übertragungsprotokoll entwickeln sollte, damit verschiedenste Netze unter einem einheitlichen Protokoll arbeiten und miteinander verbunden werden konnten.
Das Ergebnis war TCP (Transmission Control Protocol), das für die fehlerfreie Paketübertragung sorgte, indem der Versand jedes Paketes überwacht wurde. Zu Beginn war TCP auch für die Adressierung im Netz zuständig. Erst 1980 wurde für die Adressierung ersatzweise das leistungsfähigere IP (Internet Protocol) eingeführt.
Ende der siebziger Jahre entstand das Problem, dass nur die wenigsten Akademien für Computerwissenschaften an das ARPANet angeschlossen waren, da nur Akademien einen Anschluss bekamen, die auch Forschung für die ARPA betrieben.
Aus diesem Grund trafen sich im Mai 1979 Vertreter von sieben großen Universitäten, um über die Einrichtung eines eigenen Datennetzes zu beraten. Als Ergebnis wurde von der staatlichen NSF (National Science Foundation) das CSNet (Computer Sciences Network) gestartet, dass allen Universitäten mit computerwissenschaftlichen Akademien offen stand. Aus dem nationalen wurde schließlich ein internationales Netz durch Anbindung der Computernetze anderer Staaten. Dieses Netz trägt bis heute den Namen Internet. Der militärische Teil des Netzes wurde 1983 vom wissenschaftlichen Netz abgespalten und als MILnet bezeichnet.
Weitere Entwicklung
Die darauf folgenden Jahre waren geprägt von der Entwicklungsfreudigkeit der Wissenschaftler und engagierten Nutzern, die das Internet nutzten. Insbesondere der E-Mail-Verkehr nahm immer mehr zu und ermöglichte eine weltweite Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen. Ein Schattendasein führte in den ersten Jahren nach seiner Erfindung z. B. das IRC (Internet Relay Chat). Mit IRC konnte man nahezu in Echtzeit Texte zwischen mehreren Personen austauschen, die alle an einem IRC-Server-Netz angebunden waren. Aufgrund fehlendem Öffentlichkeitsinteresse betrieben nur wenige Universitäten IRC-Server, dementsprechend klein waren die Benutzerzahlen. Ein weiterer, wichtiger Schritt zum universellen Kommunikationsnetz war die Entwicklung des Dienstes Gopher: Gopher ermöglichte es, reine Textdateien hierarchisch auf einem Server anzulegen und herunterzuladen. Doch erst ein anderer Dienst eröffnete das Internet für die breite Öffentlichkeit: Das WWW.
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